Valentinstag in Barcelona

22. April 2016

Wie jedes Jahr stellte sich mir die Frage was ich am 14. Februar, dem Tag der Verliebten, machen werde. Heute bin ich völlig erwartungslos – Rosen oder Pralinen bleiben jedoch immer eine nette Geste.

Ich erinnere mich, dass ich diesen Tag früher gerne zelebriert habe und schon den Frühstückstisch mit roten Herzen geschmückt habe. Ich gebe zu: Ich war romantisch. Heute bin ich realistischer. Und die Vorstellung vom Prinzen und dem weißen Pferd habe ich inzwischen auch aus meiner Wunschliste gestrichen.

Um diesen Tag dennoch schön zu feiern, beschlossen meine Tochter Melisa und ich, dieses Jahr den Valentinstag in Barcelona zu feiern. Ohne Männer! Kurzentschlossen flogen wir das Wochenende in die zweitgrößte Stadt Spaniens und sogleich die Hauptstadt Kataloniens. Von Palma aus ist es lediglich ein Kurzflug, denn bei schönem Wetter können wir sogar bis auf das Festland nach Barcelona schauen.

Diese Stadt hat etwas Bedeutendes für mich. Das Schiffs-Ticket für die Fähre, die wir hier vor drei Jahren bestiegen, liegt immer noch im Auto. Irgendwie ist es ein Symbol für unsere damalige Reise geworden.

image

Dass dies zugleich das Ende meines damaligen Jobs in einer internationalen Anwaltskanzlei sein würde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Kurz vor Abflug eskalierte diese Angelegenheit so sehr, dass ich ausgerechnet dieses Wochenende dazu nutzen musste um eine Entscheidung zu fällen ob ich dort weiter arbeiten werde oder nicht. Meine Reiselust war auf dem Tiefpunkt. Ich befürchtete, dass ich die Zeit nicht so genießen würde wie geplant. Meine Gedanken würden sich ständig um diese Entscheidung drehen bis ich zu einem Entschluss kommen würde. Alle Pros und Contras, bestimmt eintausend mal überdenken und dann hoffentlich das Richtige tun.

Wir flogen schließlich los und ich versuchte meine Gedanken auf die Reise zu konzentrieren und mich nicht von den dunklen Wolken die über mir hingen, so sehr zu beeinflussen. Es war schon spät als wir ankamen und wir beschlossen gleich nach dem Check-In erstmal in ein nahegelegenes Restaurant zu gehen. Wir begannen unseren Urlaub ganz spanisch, mit grünen Oliven, Aioli, leckeren Tapas und einem Glas Rioja.

image

Für den nächsten Tag war Sightseeing angesagt. Mit der Untergrundbahn ging es in die City. An der Plaça Catalunya, dem zentralen Verkehrsknoten stiegen wir hinauf auf die Las Ramblas, der berühmten Flaniermeile, die hinunter zum Meer führt. Das Wetter war herrlich warm und wir ließen uns treiben vom Strom der Menschen, vorbei an Blumenständen, Künstlern und Souvenirläden. Zweigten gelegentlich ab in die vielen kleine Gassen mit den zahlreichen Cafés und Bars. Den Markt de la Boqueria, den wir noch von unserer Anreise nach Mallorca vor drei Jahren kannten, nutzen wir als willkommenen ersten Stopp.

image

Mit frischgepresste Smoothies in der Hand, schlenderten wir hinunter Richtung Hafen. Es gab soviel Sehenswürdigkeiten zu besuchen, dass uns klar war dass es unmöglich werden würde, alles an einem Wochenende zu besichtigen. Daher beschlossen wir ein Ticket für den roten Hop-on Hop-off Bus zu kaufen um wenigsten ein paar Orte zu besuchen die auf unserer Liste standen, die zusehends immer kleiner wurde.

In Barcelona sind einige weltberühmte Künstler geboren. Neben Joan Mirò einem der bedeutestden Vertreter des Surrealismus, auch Salvador Dali, Pablo Picasso, sowie Antoni Gaudi. Wir entschieden erstmal auf die Spuren von Gaudi zu gehen, dem bekannten Architekten und Designer, der dem katalanischen Jugendstil und dem Modernisme zu weltweitem Ruf verholfen hat. Wir besuchten ein paar seiner zahlreichen architektonischen Bauwerke.

image

Darunter seine bekanntesten Werke, die Basilika Sagrada Familia die noch heute nach vielen Jahren nach seinem Tod nicht vollendet ist. Der Park Güell mit seinem fantastischen Panoramablick auf die Stadt und Casa Batlló, das wegen seines Drachenrücken ähnelnden Daches bekannt ist. Natürlich stand auch ein Besuch des größten Fußballstadium Europas, das Camp Nou des FC Barcelona, auf der To Do List.
image.jpeg

Den Sonnenuntergang haben wir schließlich bei einem Gin Tonic vom Hafen aus bewundert. Den Blick aufs Meer Richtung Mallorca gerichtet mit der zum Nachtleben erweckende Metropole im Rücken, stießen wir zufrieden an.

Der Urlaub war definitiv zu kurz, deshalb werden wir sehr bald wieder hin fliegen um den Rest zu sehen.

image

Übrigens, die Entscheidung, die ich am Anfang unserer Reise wie ein schweres Gepäckstück mitgeschleift hatte, wurde auf einmal ganz leicht. Ich habe das einzige Richtige gemacht und entschied mich nicht mehr weiter zu machen.

Hier auf der Insel ist nicht jeder das, was er vorgibt zu sein. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist oft nicht leicht.

Doch davon ein anderes mal!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close